Der „neue“ Standard OPC UA

Industrie 4.0 und das Internet der Dinge sind inzwischen rein medial gesprochen fast schon ein alter Hut. Woran jedoch die Umsetzung von Projekten und Neuentwicklungen krankt, sind fehlende Standards, jedenfalls wenn man den vielen Berichten, Artikeln und Beiträgen in Fachmagazinen Glauben schenkt. Doch endlich, so scheint es, ist ein neuer Standard für die Kommunikation von Maschinen gefunden – OPC UA heißt der heilige Gral, der seit Neuestem der Held jeglicher Berichterstattung ist, dabei ist das ganze Konzept gar nicht so neu.

Auch wir haben uns natürlich mit dem Thema befasst und können seit Kurzem konfigurierbare OPC UA Konnektoren im Simplifier feiern. Jetzt können unsere Kunden ganz gezielt Daten via OPC UA in den auf dem Simplifier konfigurierten Applikationen nutzen. Damit haben unsere Entwickler eine Neuigkeit erreicht, an der viele vor ihnen gescheitert sind.  

Nach über drei Jahren Spezifikationsarbeit und einem Jahr Prototypimplementierung wurde die erste Version der Unified Architecture im Herbst 2006 verabschiedet. Im Februar 2009 wurde eine überarbeitete Version der Teile 1 bis 5 und 8 sowie die erste Version der Teile 6 und 7 veröffentlicht.

Nach über drei Jahren Spezifikations-arbeit und einem Jahr Prototyp-implementierung wurde die erste Version der Unified Architecture im Herbst 2006 verabschiedet. Im Februar 2009 wurde eine überarbeitete Version der Teile 1 bis 5 und 8 sowie die erste Version der Teile 6 und 7 veröffentlicht.

Ein bisschen Geschichte

OPC (Open Platform Communications) ist ein industrieller Standard, der bereits 1996 von der OPC Foundation, einem wachsenden Verbund von Unternehmen der Industrieautomation mit dem Ziel, die heterogene Landschaft herstellerabhängiger Kommunikationsprotokolle zu vereinheitlichen, etabliert wurde.

Basierend auf der COM/DCOM Technologie von Microsoft, bot OPC einen wichtigen Standard, der einfach implementiert werden konnte, jedoch nur auf Betriebssystemen von Windows. Und genau da lag das Problem, denn als Microsoft beschloss, die Technologie nicht weiter zu unterstützen, musste sich die OPC Foundation etwas anderes einfallen lassen. Und diesmal sollte alles besser werden. Mit der Gründung der OPC UA (Unified Architecture)-Arbeitsgruppe in 2004 begann die Arbeit an der neuen, gesamtheitlichen Architektur, die sich nicht mehr auf ein Betriebssystem beschränken sollte. Drei Jahre später startete OPC UA dann als internationaler IEC Standard (International Electrotechnical Commission). Inzwischen zählte die OPC Foundation bereits mehr als 400 Mitglieder.

Die Besonderheiten von OPC UA

Bei genauer Betrachtung eines durchschnittlichen Maschinenparks in einem Unternehmen erkennt man, dass es sich um einen sehr heterogenen Mix aus Komponenten verschiedenster Hersteller handelt. Der Vorgänger von OPC UA, OPC Klassik, baute auf der DCOM Technologie von Microsoft auf, mit dem nur ein direkter Zugriff auf Maschinen möglich war, außerdem konnten nur Maschinen mit einem Windows-Betriebssystem angesteuert werden. Inzwischen jedoch gibt es in Maschinenparks auch Linux-basierte Geräte oder sogar Datenquellen ohne ein eigenes Betriebssystem, z.B. Sensoren. Mit der plattformunabhängigen Client-Server Architektur von OPC UA können auch die Daten aus diesen Quellen gesammelt, gespeichert, analysiert und weiterverarbeitet werden.  

Mit OPC UA kompatiblen Schnittstellen ausgestattet, können nun alle Maschinen in Echtzeit gesteuert werden, indem mit einer Anwendung auf den korrespondierenden Server zugegriffen wird. Darüber hinaus bietet OPC UA ein skalierbares Security-Konzept, so dass sich Daten  mittels SSL-Methoden auf der Transportebene verschlüsseln lassen, wenn die Sicherheitsmechanismen der eigentlichen Anwendung nicht ausreichen.

Doch abgesehen von den ganzen technischen Möglichkeiten, die OPC UA bietet, ist einer der größten Vorteile die große Community, die in Form der OPC Foundation hinter der Entwicklung steht. Keiner der großen Hersteller im Bereich Automatisierung verweigert sich dem Standard.

Mit unserem neuen OPC UA Konnektor können ganze Maschinenparks mit nur einer mobilen Anwendung gesteuert werden.

Fazit

Gerade in unseren heutigen modernen Zeiten, in denen Effizienz bei der Arbeit mit komplexen Maschinen an ganz oberster Stelle steht und eine Fülle von Anlagen verschiedenster Hersteller wie ein Uhrwerk zusammen arbeiten muss, werden Standards gebraucht, die auch flexibel auf neue Anforderungen reagieren können, bzw. die sich so etablieren, dass auch neue Anbieter die Notwendigkeit erkennen, diesen Standard ebenfalls anzubieten. Mit OPC UA ist definitiv ein Standard gefunden, der durch seine Eigenschaften wie Plattformunabhängigkeit, Echtzeitfähigkeit sowie Unterstützung selbst komplexester Datenstrukturen der Zukunft gewachsen ist.

Mit diesen Eigenschaften passt OPC UA perfekt zum Simplifier, unserer Plattform für die digitale Transformation und genau deshalb haben wir einen neuen Konnektor konfiguriert, der die bidirektionale Anbindung an OPC UA Server ermöglicht. In einem unserer nächsten Beiträge zeigen wir Ihnen, welche Vorteile ein vorkonfigurierter OPC UA Konnektor für Ihre digitale Transformation hat.

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