Was die HoloLens von anderen Datenbrillen abhebt

5 Minuten Lesezeit

Immer wieder erhalten wir von mittelständischen und großen Unternehmen aus aller Herren Länder Anfragen zu Anwendungen für Datenbrillen. Dabei unterscheiden viele zunächst einmal nicht, welches Gerät eingesetzt werden soll oder welche Funktionalität eigentlich benötigt wird. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen Smartglasses.

Die Microsoft HoloLens ist in letzter Zeit besonders häufig ins Gespräch gekommen. Doch warum ist das so, und was macht Microsoft anders als andere namhafte Hersteller wie Google, Vuzix oder ODG?

Too long; didn’t read? Wenn Sie eher audio-visuell eingestellt sind, können Sie sich hier unser Webinar zum Thema ansehen.

Machen Smartglasses die gleiche Entwicklung wie Smartphones durch?

Smartglasses haben eine ordentliche Entwicklung hingelegt, der Markt ist jedoch weiterhin enorm fragmentiert. Sieht man sich heutzutage die Entwicklung von Smartphones an, so hat sich ja eigentlich schon spätestens zur Keynote von Apple zum ersten iPhone nichts mehr geändert: Ein schwarzer, rechteckiger Klotz, der in den letzten Jahren immer weniger klobig geworden ist.

Es geht aber mit dem standardisierten Formfaktor vor allem auch um Akzeptanz des Nutzers. Im Jahr 2017 gibt es kaum noch böse Überraschungen für Smartphones und Tablets. Die Bedienkonzepte haben sich durchgesetzt und Apps gibt es in Hülle und Fülle.

Innovation hat man dann gerade noch, wenn ein halb-modulares Smartphone veröffentlicht wird oder mal eine Dual-Kamera vorgestellt wird. Insgesamt aber ist der Markt gesättigt.

Wie steht es nun um Smartglasses? Die hierzulande als Datenbrillen bezeichneten Geräte gab es in der Forschung schon lange. Der eigentliche Durchbruch wurde aber zuerst mit der Google Glass 2012 gefeiert. Es war das erste Mal, dass die Vision von einem tragbaren Computer mit Display in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist – Debatten und Diskussionen über Datenschutz, Coolness und Funktionalität inklusive.

Wir schreiben das Jahr 2017: Google Glass ist im Museum of Failure angekommen, kommt aber als Enterprise Version zurück. Die HoloLens ist da. Meta hat ein Konkurrenzprodukt, und vom gehypten Produkt von Magic Leap fehlt weiterhin jede Spur.

Was ist die HoloLens eigentlich?

HoloLens ist die erste Datenbrille von Microsoft. Sie setzt auf eine komplett andere Form der Interaktion als andere Datenbrillen – denn sie kommt nahezu vollständig ohne Knöpfe aus. Einzig die Lautstärke und Helligkeit lässt sich einstellen – und ein Power-Button ist am Gerät zu finden – das wars. (Bild)

Stattdessen hat Microsoft ein Bedienkonzept mit den Händen des Nutzers entwickelt – ein logischer Schritt im Nachhinein betrachtet – denn mit der Entwicklung der Microsoft Kinect wurde schon jahrelang Erfahrung gesammelt im Bereich des Trackings von Händen oder Gesichtern per Kameras und Sensorik. Aber wozu das ganze?

Sieht man sich das Display und die Darstellung von Inhalten an, wird schnell klar, warum auf diese Art der Interaktion gesetzt wurde. So werden Anwendungen nicht auf einem flachen, vor dem Auge schwebenden Bildschirm dargestellt, sondern können im echten Raum platziert werden. Damit ist der “virtuelle Arbeitsplatz” nicht auf ein schwebendes, rechteckiges Display begrenzt – sondern auf die reale Umgebung des Benutzers – eine deutlich größere Arbeitsfläche.

Dazu scannt die HoloLens die Umgebung ab, um beispielsweise einen Tisch oder eine Wand zu erkennen und anschließend 3D-Objekte korrekt darüber zu legen. Außerdem können Informationen damit deutlicher mit einem realen Gegenstand wie einer Maschine in Verbindung gebracht werden. Statt dem Monitor daneben oder einer Anzeige in bisherigen Datenbrillen können Informationen wie Temperatur oder Nutzlast in Verbindung mit einer integrierten Anwendung direkt am “Point-of-Interest”, also an der Maschine oder einem Teil davon, in Echtzeit angezeigt werden.

Damit hat der Nutzer erstmals einen wesentlich stärkeren Bezug zu seiner Umgebung, als beispielsweise mit Google Glass. Letztere war und ist quasi als ein Smartphone zu bezeichnen, welches an einem fixen Punkt vor dem Auge des Nutzers schwebt – die HoloLens hingegen legt digitale Informationen in einem Raum ab.

Beispiel der Handhabung von 3D Objekten im echten Raum

Augmented Reality ist ein entscheidender Faktor

Somit nutzt Microsoft “nativ” Augmented Reality Technologie, um Informationen, Anwendungen und Elemente darzustellen und nutzbar zu machen. Microsoft nutzt eher den Begriff Mixed Reality als Abgrenzung zu den bisherigen Methoden von Augmented Reality.

Was macht den Unterschied? Nun, wir selbst bei iTiZZiMO haben schon vor Jahren Augmented Reality Inhalte auf Smartglasses von Vuzix, Google und ODG gebracht. Jedoch über einen entscheidenden Umweg: Mit der integrierten Kamera haben wir die Umgebung aufgenommen, um dann über einen integrierten Software-Algorithmus 3D Elemente über das angezeigte Kamerabild zu legen, welches anschließend auf dem Display wiedergegeben wurde. So ist nicht nur die sogenannte “Immersion” ausgeblieben. Auch das Display der meisten Geräte ist zu klein, um 3D Umgebungen korrekt und verständlich darzustellen.

Um dieses Erlebnis zu verbessern, geht Microsoft den voll integrierten Weg mit der HoloLens. Von der Sensorik angefangen über die Tracking Algorithmen bis hin zur Verwendung mit einer nativen Windows Applikation ergibt sich ein vollständig orchestrierter Ansatz.

Im Vergleich: Augmented Reality auf herkömmlichen Datenbrillen und der HoloLens

Auf herkömmlichen Datenbrillen wird das Sichtfeld nochmals im Display dargestellt und eine AR-Schicht darüber gelegt – das verwirrt.

Mit der HoloLens erscheinen 3D Inhalte direkt im Sichtfeld – ein deutlich immersiveres Erlebnis.

Was bedeutet dieser Ansatz für Entwickler?

Durch diese enge Zusammenarbeit aller entscheidenden Faktoren in Hardware und Software ergibt sich ein extrem gutes Erlebnis für den Nutzer. Allerdings gibt es damit auch einige neue Herausforderungen. So müssen 3D-Anwendungen für die HoloLens heute noch mit der Unity Engine gebaut werden – gängige Web Frameworks wie Angular sind nicht möglich. Es ist also nicht nur Handarbeit gefragt, sondern auch spezielles Know-How.

Auch Konzepte müssen neu gedacht werden

Wie eingangs erwähnt, macht die HoloLens vieles anders als andere Datenbrillen. Daher wäre es zu kurz gedacht, nur über Hands-Free arbeiten oder eingeblendete Inhalte im Sichtfeld nachzudenken.

Denn die HoloLens hat so viele verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel in der Ortung des Nutzers, der Erkennung von der Umgebung und der Art und Weise der Interaktion, dass Probleme und Anforderungen in ganz neuen Konzepten, Prototypen und zukunftsweisenden Anwendungen resultieren können.

In unserem Webinar am 21.09. gehen wir auf das Thema noch tiefer ein. So sprechen wir mit ihnen über Ansätze, wie Sie eine HoloLens Anwendung konzeptionieren und umsetzen können, was wir bisher damit schon gemacht haben und wo die Reise hingehen wird.

3D Modelle hin, Mixed Reality her: Ohne die richtigen Daten nützt auch die schönste Visualisierung nichts. Für Live-Daten aus einer Maschine oder Sensoren benötigt es eine robuste Datenanbindung. Mit unserer Plattform Simplifier ist es heute schön möglich, solche Daten in HoloLens Anwendungen einzubinden.

So unterstützen wir zum Beispiel den Standard OPC UA, aber auch generell weitere Konnektoren, die mit einer REST-API ausgestattet sind. Für weitere Infos kontaktieren Sie uns einfach.

single.php